Wirtschaft

Das bringt mich NICHT weiter!

Das bringt mich NICHT? weiter!

Seit einigen Monaten betreibt die Bundesagentur für Arbeit die Initiative Das bringt mich weiter und bewirbt diese Seite mit beträchtlichem Aufwand. Natürlich wurden ganze Plakatwände zur Bewerbung genutzt und es gibt dazu auch eine Reihe teurerer Fernseh-Spots, wobei man über den Nutzen durchaus geteilter Meinung sein kann.

Mit einer brandneuen Kampagne versucht die BA auf die Voreingenommenheit gegenüber Arbeitslosen aufmerksam zu machen.

https://www.youtube.com/watch?v=iKQBCUffVeE&feature=youtu.be

 

Ziel der Kampagne sei es, "Gesprächsstoff zu liefern und Leute zum Nachdenken über das Thema anzuregen".

 

Woher der plötzliche Sinneswandel?

Seit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 unter Bundeskanzler Schröder (SPD) ist es doch erklärtes Ziel von Politik und BA, Arbeitslose als "faule, nichtsnutzige Schmarotzer" darzustellen. Der damalige Minister für Arbeit und Soziales, Franz Müntefering (SPD), bemühte für seine Hetzjagd sogar die Kirche und scheute sich nicht, den Bibel-Spruch "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" in einen völlig entarteten Zusammenhang mit Erwerbslosen zu bringen.

Aber auch die BA nutzt bis heute gesetzliche Ermessensspielräume in einer Art und Weise, die nicht geneigt ist, Arbeitslose in einem anderen Licht als "faul, fett und gefräßig" darzustellen. Wo immer möglich wird der, auch unverschuldet Arbeitslose, von der BA sanktioniert, gedemütigt und schikaniert. So zumindest der Eindruck durch zahllose Zuschriften, Interviews und Gesprächen, die nicht nur der Redaktion Bürgermeinungen vorliegen. In der Kommunikation mit Betroffenen wird die BA schon mal als "Arbeits-Verhinderungs-Agentur" oder auch als "Agentur für Segregation" bezeichnet.

 

Wir sind der Auffassung, dass die BA und vor allem die Politik doch bitte mal erklären möge, wie bei ca. 600.000 offenen Stellen ca. 3.000.000 Erwerbslose (alleine in Deutschland) zu einer Arbeitsaufnahme gepeitscht werden können.

Fachkräfte-Mangel? Fakt ist doch, dass es definitiv keinen realen Fachkräfte-Mangel in Deutschland gibt. Der Fachkräfte-Mangel wurde von der BA per abstruser Definition festgelegt. Bürgermeinungen hat darüber bereits im Juli berichtet.

Bewerbungen schreiben soll weiter helfen?

http://youtu.be/Oww2Perxnao

Dazu Heinrich Alt, Vorstand der BA: “Im Kern heißt das [Sozialhilfe Anm. d. Redaktion] doch: Wir brauchen euch nicht, aber wir lassen euch auch nicht verhungern.
Das halte ich für einen zutiefst inhumanen Gedanken.
Ich bin dafür, den Menschen das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden.”

Leider, und das verkennt Alt, von Gefühlen kann man nicht leben!

Oder sollte man die ganze Kampagne der BA doch besser in den Kontext mit Schröder´s Aussage bringen: "Wir werden den größten Niedriglohn-Sektor in Europa schaffen!" Dazu passt auch, dass wir bezüglich der BA-Kampagne von einer Dame kontaktiert wurden, die mein berufliches Interesse auf Grund ihres kompetenten Auftreten erweckte. Im Netz konnte ich dann lesen, dass sie ein Hochschulstudium absolviert hat, vier Fremdsprachen z.T. verhandlungssicher beherrscht, bei einer ganz großen Tageszeitung für mehre Jahre als Praktikantin "herumgereicht" wurde und sich heute als "Werkstudentin für Online- und TV- Vermarktungen" verdingt. Werkstudentin?

 

Fachkräfte in Deutschland: Willkommen im Niedrigstlohnsektor!

 

Wie viel Kosten verursacht ein Roboter? Bevor wir über Kosten der Roboter reden, sollten wir uns damit beschäftigen, welche Arbeiten heute und in naher Zukunft automatisierbar sind bzw. sein werden.

Aus technischer Sicht sind bereits heute nahezu sämtliche Fabrikations-Arbeiten in der Industrie voll automatisierbar. Wenn und wo das noch nicht umgesetzt wurde, ist die fehlende Automation weniger technischen Gründen, sondern vielmehr angeblich "sozialen Gründen" geschuldet. Wovon sollen Menschen ohne Erwerbsarbeit leben? Die Mainstream-Politik und Schäubles "schwarze Null" im Bundeshaushalt hat darauf keine Antwort. Progressive Kräfte hingegen schlagen ein emanzipatorisches Bedingungsloses Grundeinkommen vor.

Nicht einmal die staatsnahe Industrie lässt sich von der Politik weiter am Gängelband führen, wie das Beispiel VW belegt. Im industriellen Fertigungsbereich kostet heute eine Roboterstunde zwischen drei und sechs Euro, Tendenz sinkend. Somit sind die Obergrenzen zukünftiger Mindestlöhne festgelegt, denn der Preis für "Human Ressources" kann auf Grund der Fehlerhaftigkeit menschlicher Arbeit langfristig keinesfalls über dem der Maschine liegen.

Aber auch in vielen "intellektuellen" Bereichen, wie zum Beispiel des Journalismus, hat der Kollege Roboter bereits heute einen Teil der Arbeiten übernommen. So werden z.B. Fußball-Berichte vollautomatisch aus Bildübertragungen getextet. Hier dürften, es wird dazu keinerlei Mechanik benötigt, die Automaten-Kosten pro Stunde im Cent-Bereich liegen.

Auch die Bahn bräuchte beim heutigen Stand der Technik kaum mehr einen Lockführer, wie das Beispiel der U-Bahn in Nürnberg belegt. Der Beruf des LKW- und Taxi-Fahrers dürfte bereits in 5 Jahren weitgehend ausgestorben sein; Null-Energie-Häuser machen den Schornsteinfeger obsolet. Digitale Funk-Datenübertragung machen einen großen Teil der Kabel-Produktion und -Verlegung obsolet und sorgen für viele Tausend neuer Erwerbsloser.

Mit erwerbslosen IT-Fachleuten, Webdesignern und Mediengestalter kann man bereits heute die "Straßen pflastern".

Wie also kann die BA ernsthaft meinen, dass die Seite das bringt mich weiter die Menschen "weiter bringt" im Sinne von "Auskommen mit dem Einkommen"?

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Automation und Arbeit

Automation und Arbeit

Betrachtungen der aktuellen und zukünftigen Erwerbsarbeit in einer roboterisierten Welt.

Von Matthias Dilthey

Noch in den 60er und 70er Jahren vorigen Jahrhunderts wurde jede arbeitende Hand, und natürlich auch jeder arbeitende Kopf, benötigt, um die Menschen mit notwendigen und gewünschten Produkten und Dienstleistungen zu versorgen. Das inländische „Produktions-Resoviar“ an den damals notwendigen humanoiden Produktionsmittel (=Arbeitern) reichte nicht aus, um den deutschen und weltweiten Hunger nach „Made in Germany“-Produkten, Dienstleistungen und Wohlstand zu befriedigen.

Ohne Rücksicht auf sich bereits damals abzeichnende ethnische und kulturelle Konflikte wurden sogenannte „Gastarbeiter“ mit beträchtlichem Aufwand in´s Land geholt. Der am 08.02.2004 in Istanbul verstorbene  Cem Karaca z.B. hat  mit seinem Song „es wurden Arbeiter gerufen-doch es kamen Menschen an“ die Situation treffend thematisiert.
 

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Das System wird gesprengt, auch wegen den Rettungsschirmen!

Ein sehr gutes Interview, warum die Rettungsschirme nicht helfen, sondern kontraproduktiv sind. Es wird aufgezeigt, das sich das Problem mit jedem Rettungsschirm erhöht, um dann doch irgendwann doch zu platzen, so wie ein Luftballon, der ständig weiter aufgeblasen wird, irgendwann ist Schluß...

Ein Teil des Interwiews.

SPIEGEL: Wenn es so ein Geschäftsmodell gäbe, müssten doch jetzt viele griechische Staatsanleihen kaufen.

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Die bösen Hartz IV Aufstocker?

Die bösen Hartz IV Aufstocker? Danke Egon W. Kreutzer für diesen sehr ehrlichen Aufsatz!

14. Juni 2011

13.13 Uhr Zum Kotzen, dieser Tenor

Laut "Süddeutscher Zeitung" stocken immer mehr Selbständige ihre Einkünfte mit Hartz IV auf, aber

statt sich vor Entsetzen an den Kopf zu greifen,
statt aus dieser fatalen Entwicklung den Impuls für ein lautes, unüberhörbares politisches Signal zur Beendigung der wirtschafts-, sozial- und finanzpolitischen Irrfahrt der Republik zu beziehen,
wird ein weinerliches Gejammere um die Finanzierbarkeit des Sozialstaats daraus und der Verdacht gestreut, diese Selbständigen wollten mit ihrer Aufstockerei Sozialbetrug begehen, monatlich zwei-, dreihundert Euro abstauben ...
Da schreibt jemand, der von Hartz IV soweit weg ist, wie das Silberbesteck von der Pommes-Bude - und was herauskommt, kann eigentlich nur Blödsinn sein.

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Kaufkraft und Einkommen

Wie an anderer Stelle dargestellt, ist die Geldmenge in Deutschland seit der Währungsreform 1948 im Schnitt um etwas über 10 % jährlich gewachsen. Die Bevölkerung ist seither – unter Einschluss des Beitritts der DDR 1989 – im Schnitt um circa 0,765 % jährlich gewachsen. In diesem kleinen Aufsatz sollt erklärt werden, in welcher Beziehung das Wachstum der Geldmengen in Deutschland und deren Verteilung auf die Bevölkerung zu der Einkommensentwicklung der einzelnen Bürger steht. Es geht um die Frage, welches Einkommenswachstum braucht ein Bürger, damit er sich dieselbe Kaufkraft erhält, die er 1948 nach der Währungsreform hatte.

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