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Zwangsarbeit?

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Das Wort hört man in der letzten Zeit immer häufiger, besonders im Zusammenhang mit ALG 2. Die Diskussion ist an sich schon schlimm genug, aber sie muss geführt werden.

 

Menschen jedoch in konstruierte 1 Eurojobbs stecken zu wollen weil diese sonst nichts tun? Das ist ganz, ganz furchtbar. Zumal diese Jobbs der realen Wirtschaft eben auch schaden. Doch wer mag schon so tief in die Diskussion gehen und es begreifen?

Die schlimmste Perversität allerdings ist die, wenn Menschen noch arbeiten könnten, dass man sie nicht lässt. Bzw. das man diesen Menschen mit unmöglichen, äußeren Rahmenbedingungen das Leben zur Hölle macht.

Neulich sagte mir eine Mitarbeiterin einer Krankenkasse, das ich gefälligst bei einem Discounter die Regale füllen gehen soll. Ich sollte anständig arbeiten. Was erlauben sich solche Menschen eigentlich? Ich kann arbeiten, ich will arbeiten, ich will meine Miete etc. alles selber bezahlen, aber man lässt mir doch nicht einmal einen Cent um meinen Lebensunterhalt selber bestreiten zu können. Das Thema bleibt wie es ist und lautet: "Kahlpfändung".

Es wird also hingenommen das ich mir selber nicht mehr helfen kann, damit der Staat für mich aufkommen soll? Schizophren ist so etwas, und das ist krank. Doch wenn Gesetze und mehr dazu führen, dass es so ist, dann ist es gesund und normal?

Man darf gar nicht mehr darüber nachdenken, sonst wird mal selber zum schweren Krankheitsfall. Da gehst Du am Abend schlafen, wenn Du es schaffst Stunden der Ruhe zu bekommen, dann ist schon das schon etwas wert.

Doch meistens kommen dann die Gedanken. Warum lässt man dich nicht in Ruhe arbeiten und deinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen? Warum muss Du erst zerdrückt werden, zum Staat gehen und dort die Hand aufhalten um dann später als z. B. "Sozialschmarotzer?" bezeichnet zu werden. Banken und Gesetze haben so viel mehr Macht, als das ein einzelner Mensch dagegen ankommen könnte.

Natürlich könnte man noch eine Petition stellen, doch die läuft lange. Die Frage stellt sich ja auch wie diese auslaufen wird, und in der Zwischenzeit da muss immer mehr kaputt gehen? Und falls so eine Petition mal durchkommen würde, wie lange wird es dauern bis sie umgesetzt wird? Oder wird sie überhaupt umgesetzt?

Nun ja, mein Fall ist schon ziemlich hart. Doch ich bin nicht die Einzige die nicht mehr weiter weiß. Da kenne ich viel zu viele. Kein Konto, Pfändung, kein Geld, Familie kaputt, Wohnung weg, Hartz IV und am Ende bleibt die Straße?  Nerven benötigt man wie Drathseile, nicht jeder hat so starke Nerven. Im Laufe der Zeit und mit immer mehr weiter steigenden Druck von Außen, da wird das immer schwerer. Nur seltsam, dass es so vielen so schlecht geht und die sagen es nur hinter vorgehaltener Hand. Sie hoffen und bangen, strampeln und tun bis eben die Karft verloren geht?

Dann muss man die Diskussionen in den Medien auch noch mitbekommen um die 1 Eurojobbs? Hilfe, möchte ich oft schreien: "Hilfe ich habe eine Arbeit, könnte auch wieder ausbilden, könnte mich selber ernähren, doch es scheint keiner begreifen zu wollen?"

Wer irgendwann nicht mehr kann, evtl. zu Pillen oder anderem greift, dem werden sie im weiteren Verlauf sagen: "Er war ja krank oder abhängig?" Abhängig jawohl aber von einer Pfändungsfreigrenze und einem anständigen Bankkonto, sowie von nicht boshaften Gläubigern. Abhängig von Mitarbeitern, die man sich ja unter der Situation nicht mehr leisten kann, aber auch abhängig von Phasen der Ruhe in denen man sich erholen kann. Man findet keine Phasen der geistigen, und somit auch körperlichen Ruhe, wenn man sein Geld nicht einnehmen kann. Das gilt für jeden Menschen in einer solchen Situation.

Ja, und hier wäre das Bedingungslose Grundeinkommen ein Segen. Ein Segen um wieder autark sein zu können. Es sei denn, das man auch dann die Menschen noch kahlpfänden könnte und dürfte.

Ich verstehe auch die Menschen die keine Kraft mehr haben über solche Dinge zu diskutieren. Im Anfang schildert man vielleicht noch seine Situation, möcht sich behaupten können. Meint es erklären zu müssen. Doch jeden Tag das Gleiche, immer wieder auch von anderen Behauptungen hören zu müssen: "So etwas gibt es nicht in Deutschland. Es gibt keine Menschen ohne Konto. Es gibt keine Menschen die unverschuldet in Armut geraten. Es gibt keine Menschen die nicht krankenversichert sind usw. usf.", wer mag solche Diskussionen unter so einem Stress denn noch führen wollen? Die anderen wissen ja eh alles besser?

Krankenversichert ist jeder in Deutschland, aber kann auch jeder zum Arzt gehen? Man kann nicht, wenn man kein Geld einnehmen kann und die Versicherung nicht zahlen kann. Dann steigen auch da sekündlich die Schulden, und man verschleppt oftmals Krankheiten die behandelt werden müssten. Die Betroffenen, die wissen was ich meine. Doch die Betroffenen haben meistens auch kein Internet mehr, denn am Ende der Fahnenstange bleibt die ungewollte Isolation. So und nicht anders sieht es derzeit bei nicht wenigen aus. Da kann diskutieren wer will um sein Gewissen? zu beruhigen?


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