Lebst Du noch, oder "hartzt" Du schon?
Geschrieben von: Dagmar Sall-May Sonntag, den 24. Januar 2010 um 18:21 Uhr
Erschrocken las ich diese Überschrift, die nicht von mir ist.
Dazu gibt es einen langen Beitrag:
Zitat:
Wie lange soll in diesem Land noch „sozialverträglich“ gestorben werden? Viele Menschen in unserem Land, besonders unter den Betroffenen, denken dass durch die Einführung des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV), eine neue Armut etabliert wurde. Das ist nur bedingt so. Ganz sicher hat sie dies soweit, als das nun auch erwerbstätige Menschen von der „Hilfe des Staates“ abhängig werden können.Unter dem Druck von Sanktionen bis zum gänzlichen Leistungsentzug werden die Menschen gezwungen, auch über die Grenzen der gesetzlichen Mitwirkungspflicht hinaus, ihre Informationen, Unterlagen und vieles mehr offen zu legen. Sind die „Kunden“ aber ein wenig störrisch oder möchten nicht so gerne alles offen legen, was sie sollen, dann ist nicht nur der vollständige Leistungsentzug mit all seinen Folgen wie Wohnungsverlust, Arbeitsverlust, vollständige Obdachlosigkeit, das Mittel der Wahl.
Nein, es gibt durchaus noch andere Methoden.Nun kommt ein Mensch aus dem Arbeitsmarkt, auf dem er bereits schon seit Jahren ausgebeutet, ebenfalls schikaniert und immer wieder mit der Drohung um den Verlust des Arbeitsplatzes zu Mehrarbeit, Urlaubsverzicht und Sonderleistungsverzicht gezwungen wird, in diese Maschinerie hinein. Bereits geschädigt durch den wachsenden Druck, die Schikanen auf dem Arbeitsmarkt oder heute ja auch bereits in den höheren Schuljahrgängen, erhofft er sich nun in seiner prekären Situation Hilfe. Nein, die bekommt er dort in den wenigsten Fällen.
Dort wird fortgesetzt, was die Unternehmens- und Bildungswelt begonnen und noch nicht vollendet hat. In diesem System, das viele Betroffenen bereits so kennen lernen durften, kann nur ein Starker überleben. Einer, der vielleicht kerngesund oder mehr gefestigt als andere, hier hinein kommt. Doch wer ist das von diesen Menschen denn noch? Nur wenige. Die anderen werden irgendwann auf der Strecke bleiben, je länger sie in diesem System der Auslese verbleiben.Bereits 2007 wurden einige Geschehnisse bekannt, die von Menschen handelten die an diesem System zugrunde gingen. Die sich das Leben nahmen oder durch chronische Erkrankungen und Stress ihr Leben ließen.
Immer wieder wird in Medien davon berichtet, dass Menschen sich selbst das Leben nehmen weil sie diesem Druck nicht mehr standhalten konnten. Weil sie sich wegen Leistungskürzungen oder -entzug keine Medikamente mehr besorgen konnten oder nicht mehr ausreichend zu essen hatten. Das Gros der Gesellschaft unseres Landes scheint darüber hinweg zu sehen. Was sind das schon für Typen? Sind doch eh meist Versager oder Gescheiterte oder Kranke, die uns nur auf der Tasche liegen. Einer mehr oder weniger, was macht’s?
So habe ich selbst schon Menschen in den Straßenbahnen, S-Bahnen und Bussen reden hören wenn wieder einmal ein solcher Fall durch die Medien ging. Als Betroffener haben mich diese Aussagen äußerst hart getroffen. Wie muss es dann einen Menschen treffen, der noch mehr Jahre als ich gearbeitet hat, noch mehr Überstunden geleistet hat, noch mehr Nachtarbeit und noch viel mehr auf Urlaub und Feiertag verzichtete?Nun gibt es eben einige Menschen, die halten die verletzende und verachtende Sozialpolitik unseres Staates und eine populäre Geisteshaltung wie eben beschrieben nicht mehr aus. Sie nehmen sich das Leben, sie entscheiden sich für den Tod.
Diese Menschen riefen vorher um Hilfe, nur wir hörten sie nicht oder sie durften nicht gehört werden. Sie wollten Hilfe und wir gaben sie ihnen nicht. Sie lagen im Dreck und wir traten noch drauf. Sie wurden schikaniert und andere sahen dabei zu. Ihnen wurde die Lebensgrundlage entzogen und viele nickten nur zustimmend. Diese Menschen, die sich das Leben nahmen und die aus anderen „sozialen Selektierungsgründen“ starben, sind ein gesammelter Hilferuf dieser Gesellschaft, dieser Kultur. Einer Gesellschaft, die selbst kurz vor dem Exitus (=Tod) steht
Die Quelle und den gesamten Inhalt finden Sie hier: http://prekarier.infopartner.net/Wordpress/
Bei obigen Zitat handelt es sich nur um Auszüge. Der Inhalt ist strukturierter und zusammenhängender.
Zitat Ende.
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Was der Kollege Graf da geschrieben hat lässt tief blicken. Auch was auf seiner Startseite steht, und warum er seine Seiten einstellen wird.
Das mit dem um Hilfe rufen, das kenne ich sogar aus eigener Erfahrung. Selbst im nahesten Kreis, wo wirklich mal jemand helfen könnte tut es niemand. Sogar Menschen die teilweise Ehrenämter und Aufgaben übernahmen, kommen diesen nicht mal nach und lassen einem Brühe und Brocken liegen. Man ist ja heute für nichts mehr verantwortlich? Statt dessen wird sich noch gut rausgesabbelt, anstatt mal zuzugeben das man etwas nicht tat für das man sich zur Verfügung stellte?
Ich habe hier und auch an anderen Stellen schon oft um Hilfe und Aufmerksamkeit gebeten. Besonders unter dem Hinweis, dass ich eigentlich nur meine Arbeit in Ruhe machen möchte und ein Bankkonto sowie wie ein Pfändungsfreigrenze benötige. Hilfe wo und von wem? Diskussionen, Gegenrede und mehr von nicht Betroffenen, ja das war es. Halt nicht ganz, ab und zu half mal wer. Und ich bräuchte noch ganz andere Hilfe. Jemand der auch mal ein Schreiben beantworten kann, es sind der Papiere einfach zuviel. Ich persönlich und alleine, kann das schon lange nicht mehr schaffen.
Jemand der einfach mal Papiere in die Hand nehmen kann, die lesen kann und kurz, schriftlich darauf antwortet. Den, den ich darum bat und der vor Jahren dafür bezahlt wurde, der hat ja nun gar nichts getan. Nicht mal die Unterlagen die zum Anwalt mussten dahin transportiert. Tja, und leider lies auch der eine oder andere Anwalt immer wieder was liegen. Das kann eine Person alleine gar nicht mehr alles nachhalten. Schon gar nicht wenn es um Firma, Privat, Partei, Fraktion und Verein geht. Da bedarf es schon mehrer Hände. Würde kontinuierlich gearbeitet worden, hätte jeder seinen Part erfüllt, ja dann wäre es heute auch nicht so heftig.
Dabei kam ich so richtig in Schwierigkeiten weil ich einen Hilfsaktion machte. Weil ein Staat nicht mal bereit war einem gemeinnützigen Verein wenigstens die Kosten fürs Telefon zur Verfügung zu stellen. Und der letzte Hit war, auf meine Bitte bei der Bank um Stundung, nur um Stundung auf ein Firmendarlehn: "Ihr soziales Engagement in Ehren, doch sie hätten sich mehr um die Gewinne ihres Unternehmens kümmern müssen". Dann wurde sanktioniert.
Nicht den Hauch einer Chance lies man mir, mich zu erholen, weiter zu arbeiten und meine Existenz zu festigen und zu sichern. Bis heute wirken diese traumatischen Erlebnisse, und auch das was dann noch weiter kam, in mir nach. Oft kann ich nächtelang nicht mehr schlafen, hoffe immer und immer wieder auf die Chance eines freien Kontos. Wenigsten in der Höhe das man sich selber versorgen kann. "Fehlanzeige, das gibt es nicht in Deutschland!"
Als die ersten Freunde und Kunden von mir starben, starben weil niemand ihnen half und Verstädnis gab, da konnte man noch nicht einmal mit jemanden vernünftig darüber reden. Der Kollege Graf hat recht, man findet keinen Halt mehr in der heutigen Zeit und Gesellschaft.
Ich hatte einen Freund und Mitarbeiter, der wußte genau das ich infolge von Burn Out nicht mehr arbeiten konnte und durfte. Was tat der, der sagte mir: "Solange Du nichts tust, tue ich auch nichts". Da wurde alles nur noch schlimmer, eben auch an der wirtschaftlichen Lage. Wenn man aber Burn Out hat, wenn zuviel um einen herum passiert, dann kann man irgendwann nicht mehr. Wenn dann da noch einer ist, der auch noch bezahlt wird und der tut nichts, ja was dann?
Was und wie immer man es aber schreibt, was soll es?
Was ich persönlich jetzt nur noch suche ist einen alten Bauernhof oder ähnliches, in dem man in einem Selbsthilfeprojekt mit anderen, sich einen hoffentlichen, ruhigen Alterswohnsitz aufbauen kann. Respektive ein Mehrgenerationenprojekt. Stückchenweise aufbauen, so eine kleine Arche für die, die im Moment nicht mehr können aber doch noch gerne wollen. Eine kleine Chance als Silberstreif am Horizont.
Von 1974 an bis heute habe ich hart gearbeitet, ja geblieben ist wirklich nichts. Dabei hat man wirklich gewirtschaftet wie die schwäbische Hausfrau. Doch auch das wird doch in der Gesellschaft nicht geglaubt, es muss doch irgendwo Schuld zu finden sein. Und dann irgendwann Insolvenz, da kommt dann einer und verwaltet was? Etwas das man über Jahrzehnte selber konnte. Da muss man sich Wohlverhalten über lange Jahre, als wenn man sich vorher schlecht verhalten hätte.
Kollege Graf, auch ich verstehe vieles nicht mehr. Verstehe wie Du nicht mehr was in den Köpfen vieler herumgeistert. Denn würden die Realitäten wahrgenommen, dann würde man doch gegenseitige Hilfen bewerstelligen können, oder?
Seit 3 Monaten hat man mich kahlgepändet. Selbst die letzten 212,00 €uro die ich auf einem Konto hatte, die für Strom und Telefon und für etwas Essen gebraucht wurden, erhielt die Bank. 0,53 Euro hat man mir gelassen, aber die bekomme ich auch nicht in bar. Davor hatte ich noch alles versucht um zu arbeiten, um die Papiere irgendwie zu schaffen. Alles bloß keine Inso und kein Hartz IV dachte ich immer. Wäre ja auch gar nicht nötig.
Und tatsächlich gibt es immer noch ein paar Leute die sich darüber freuen. 5 ganz besonders, die nämlich mit an vielen Dingen gearbeitet haben, damit ich in diese Situtation gerate. Doch auch hier schaut kein Gericht oder sonstwer mal aufmerksam hin. Anzeigen und mehr wurden fingiert und aus dem Anonymen gegen mich losgelassen. Warum? Aus Neid, aus Hass weil ich nicht mehr erfolgreich in der Politik sein sollte? Weil ich jemanden entlies, den ich entlassen musste. Ja, man gibt sich heute keine Mühe mehr mal genau hinzuhören.
Ein paar Freunde habe ich auch noch, die sind über Deutschland verstreut. Den meisten geht es schon lange nicht mehr gut, auch die zittern jeden Tag vor dem Morgen. Kommen mit den Bergen an Papieren nicht mehr zurecht, können die Vorwürfe und den Ton wie mit Ihnen umgegangen wird schon lange nicht mehr vertragen. Sind auch ehemalige Akademiker drunter, dass muss vielleicht noch dazu erwähnt werden. Die wollen alle nur eine kleine Chance die man ihnen nicht mehr zu lassen scheint.
Das Schlimmste an der ganzen Sache ist, ist man erstmal soweit verletzt, dann lassen einen die Gedanken einfach nicht mehr zur Ruhe kommen. Man will ja nicht immerzu daran denken, aber das kommt immer wieder hoch von ganz allein. Bei fast allen Betroffenen ist das so, bei vielen wird das dann von Tag zu Tag schlimmer.
PS. In meinem Fall hat der Freund und Mitarbeiter auch jeden Tag verbal noch seine Attacken gegen mich gefahren. Hat mich klein gemacht, und sich erlaubt zu sagen das ich eh keine Chancen mehr hätte, usw. usf.. Das Internet aus dem anonymen tat sein übriges dazu.
So ging es auch einem Kunden von mir, dessen Frau es dann mit 45 Jahren nicht mehr ausgehalten hat. Was da alles an Dreck gekübelt wurde, nur weil die Familie unverschuldet in die Inso kam, ungeheuerlich was da alles so abgeht!
Die letzte Sanktion oder Androhung die ich zu spüren bekam, kam neulich vom Gericht. Ich habe meinen Rentenversorgungsausgleich nicht geschafft. Zuviel Berge an Papier, und ich zu müde und kaputt, eben einfach krank. Das schrieb auch mein Anwalt dem Gericht, doch dann wurden 500,00 € Zwangsgeld verhängt. Die glauben einen nicht mal das man krank ist, wenn es der Anwalt schreibt.
Selbständige müssen sich in der Regel nicht krankschreiben lassen. Denn wir haben ja keinen Chef dem wir das vorlegen müssen. Viele von uns können schon lange nicht mehr die KV bezahlen, dann können wir auch keine Ärzte in Anspruch nehmen. Alle diese Tatsachen werden aber komplett ignoriert? Wir müssen ja auch noch dann funktionieren, und tragen die Verantwortung wenn wir mit 40 Fieber im Bett liegen oder gar im Krankenhaus. Rücksichtnahme auf Schicksale, und das sich Leben nicht immer dem Gesetz beugen kann, da gibt es kein Pardon. Antwort: "Da könnte ja jeder kommen und dann würden da alle ausnützen". Welcher kleine Selbständige will was ausnützen? Die zittern doch eh schon um ihre Existenzen, außerdem gibt es da nichts auszunützen. Wer kommt denn auf solche schmalen Bretter. Ein Untenehmen das nicht rund läuft ist das Schlimmste was dem Selbständigen passieren kann. Deshalb arbeiten doch viele schon mit dem Kopf unter dem Arm. Hier fehlt in den Behörden das kompelette Verständnis für Freiberufler und KuMS.
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Aw: Lebst Du noch, oder "hartzt" Du schon?
Aug 22 2010 21:50:59 Alex übermittelte: Und ich glaube kaum das die Menschen die es gesehen haben, also die anderen Kunden, etwas aussagenw erden. Der Leiter und die steelvertende Leiterin üben nämlich ziemlichen Psychodruck aus. Alle haben Angst das man ihnen ihre Tafelausweise wegnimmt sobald sie etwas sagen. Sich beschweren. Kritik üben.
Sind wir schon wieder so weit in unserem Land? Angst vor dem verhungern sollte nun wirklich niemand haben müssen. Dann wende man sich bitte an diese Stelle: www.bfb-du.de/p...?&ID=1 |
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Aw: Lebst Du noch, oder "hartzt" Du schon?
Aug 23 2010 10:18:03 Zur allgemeinen Info. Wir haben auf unserem Kooperationsforum www.grundgesetz...ivierer.de der Betroffenen wie folgt geantwortet:
Hallo Susanne, die Lebensmittelausgabe von Bürger für Bürger findet in Duisburg-Rheinhausen täglich statt. Mo. - Sa. von 11.00 - 16.30 Uhr. Dort gibt es auch Möglichkeiten im Cafe zu sitzen und niemand muss auf der Straße warten. Mitzubringen sind: Nachweis über Einkommen (Rentenbescheid, Hartz IV-Bescheid und Personalausweis). Die gesamte Woche über kann man dort auch Essen für 1 Euro, Beispiel: 1 Tasse Kaffee 0,50 €, 1/2 gut belegtes Brötchen für 0,30 €. Herr Karling ist über eure traurige Geschichte schon informiert, und würde sich gerne einmal mit Dir und deiner Großmutter unterhalten. Bitte nehme mal über Alex Kontakt zu mir auf. Und besuche uns mal bei www.buergermeinungen.de. Wir hatten das Thema gestern über unsere User augegriffen, und mittlerweile auch schon mit der Tafel gesprochen. PS. Bürger für Bürger hat auch in anderen Duisburger Stadtteilen Ausgabestellen. |
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