Armut gefährdet die Demokratie - Seite 2
Geschrieben von: Dagmar Sall-May Sonntag, den 14. März 2010 um 12:27 Uhr
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Warum einigt sich meine Bank nicht mit mir? Fragte mich neulich auch wieder ein kleiner Selbständiger. Logisch oder nicht, man möchte sich nicht einigen. So kommt es dazu das auch dieser Mensch seine Existenz verliert. Wäre natürlich nicht nötig, wenn man auf die Lösungsvorschläge des Kunden eingehen würde, doch man muss ja nicht.
Den langen Weg durch die Instanzen vermögen diese Menschen auch nicht mehr durchzuhalten. Vor kurzem erzählte mir ein Polizist wie er einen Unternehmer versuchte zu retten. Hilfe kam zu spät, der Mann starb und hinterlies einen Brief. In diesem Brief teilte er mit das er nicht mehr kann, nicht mehr kann weil er sich von allen Seiten unter Druck gesetzt fühlt. Weil er mit ansehen muss, das er alles verliert für das er mal hart gearbeitet hat. Weil er erkennen musste, das zwar Möglichkeiten gegeben waren, aber man ihm diese eben nicht lies.
Das alles sind keine Einzelfälle. Rettungspakete scheinte es keine zu geben. An einige Angebot kommt niemand heran, denn hier geht es nach wie vor nach dem Hausbankprinzip. Darüber hinaus hat kaum jemand mehr die geforderten Sicherheiten.
Natürlich kann man nicht verstehen, vermag ein normaler, klarer, sachlicher Verstand nicht zu begreifen warum arm werden muss. Warum man gerade dann wenn man Hilfe braucht, genau diese versagt bekommt und noch mehr an Schwierigkeiten auf den Rücken gebuckelt kriegt.
Den unfreiwillen Arbeitslosen und Hartz IV Empfängern geht es ja nicht anders. Arbeit weg, Kredit soll man genau sofort zurückführen. Genau da geht es dann aber nicht mehr. Es werden also die drangsaliert, die unfreiwillig in Not geraten. Ist das dann noch Demokratie?
Hier zu dem erwähnte Artikel von Christoph Butterwege, der auch noch mal anders und tief in die Materie geht.
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Aw: Armut gefährdet die Demokratie
Mar 15 2010 10:57:10 Armut, Geldmangel ruhig und gelassen hinnehmen?
Das hört man fast überall. Wer mahnt da zu der Ruhe und Gelassenheit? Die, die noch genug haben, die sich nicht den Kopf zerbrechen müssen wie es morgen und überhaupt in Zukunft weiter geht? Gestern rief mich ein Leiter einer Tafel an, die bekommen ab heute keine Wurst mehr. Die wissen gerade nicht wie sie das ein paar hunderten von Leuten klar machen können. Warum ist man nicht bereit sich den Tatsachen zu stellen, und sie ins Positive zu verändern? Wer oder was hindert da wen? Das man über vermeidbare Armut, Krankheiten, Perspektivlosigkeit, berechtigte Zukunftsängest auch noch diskutieren muss, das ist ein Armutszeugnis für eine demokratische Gesellschaft. Ewige Bildungsdiskussionen ohne Angaben wo die Arbeitsplätze künftig sein sollen, für diese gebildeten Menschen. Ja waren wir denn ungebildet, nur weil wir kein Internet und keine Computer hatten? Wozu brauchte ein z. B. Handwerker denn ein Abitur? Wir Hauptschüler waren auch nicht blöd. Wir hatten aber noch ganz andere Möglichkeiten. Z. B. auch über die Jobvermittlungen der damaligen Arbeitsämter. Zeitarbeitsfirmen hatten es damals nicht so einfach. Die Jobvermittlungen waren in der Lage gute Arbeit zu leisten. Wieso soll das z. B. heute nicht mehr möglich sein? Wie so vieles andere sich eben auch mehr als nur verschlechtert hat? Jetzt wäre es wirklich mal mehr als nur höchste Zeit, ganz transparent aufzuzeigen wieviele Arbeitsplätze und wo zu besetzen sind. Dem gegenüber müssen wir die reale Zahl aller Arbeitslosen stellen, auch denen die sich z. B. zur Zeit in Maßnahmen befinden. Dann haben wir wenigstens mal eine erste, klare Inventur gemacht, oder? Den tatsächlichen Istzustand, den erwartet man ja auch von jedem Selbständigen. Nur so kann man dann weiter arbeiten, disponieren und lenken. PS. Und ich finde es eine bodenlose Unverschämtheit, Menschen in Not mit Schuldzuweisungen zu kommen. So lösen sich keine Probleme, sondern sie bringen die Betroffenen immer tiefer in diese. Und überhaupt, immer kleinerer Wohnraum infolge von Hartz IV immer tiefer drücken, das geht zu weit und geht m. E. n. gegen jegliche Würde des Menschen und gegen Menschenrechte. Ich kenne auch diese blöden Sprüche, ich hätte zu zahlen und Geld zu haben. Natürlich, ich kann aber nur einnehmen was man mich einnehmen lässt. Und auch nur dann, wenn man mich nicht an der ausübung meiner Arbeit hindert. Hindert in dem man kahlpfändet und nicht zur Einigung bereit ist. Ich muss auch nicht Jahre immer wieder von eine Istanz zur nächsten geschubst werden. Vielen geht das leider so. Natürlich bekommen die anderen dann auch kein Geld mehr, und irgendwann ist man bei Hartz IV. Hallo, GG1 oder Menschenrechte, wo bitte sind die heute in Deutschland noch zu finden? Sind alle die in unnötige Nöte geraten vorher Volltrotel und unfähig gewesen. Nein, ganz bestimmt nicht. Schon mal was von Willkür gehört? |
#819 |
| hackfresse |
Armut gefährdet die Demokratie
Apr 19 2010 15:21:13 Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht. Davon ist Deutschland noch weit entfernt. Solange es die Tafel gibt wird keiner nach Berlin gehen und dort demonstrieren. Es ist einfache zur Tafel zu gehen. Hört sich hart an, ist aber ein Teil der Realität. Ich errinnere mich an einen Fall wo ein Mann mit einer Motorsäge ins Arbeitsamt ging und der Dame die ihm das Geld grundlos sperrte den Tisch zersägte. Hätte er das nicht getan, wäre niemand darauf aufmerksam geworden. Erst wenn tausende in berlin vor der Tür stehen und die Ordnungskräfte überfordert sind wird sich erwas ändern. Aber wie gesagtm davon sind wir weit entfernt. Und die Deutschen sind mehr als Leidensfähig wie die deutsche Geschichte eindrucksvoll beweißt. Damals ging man gegen die ganze Welt, heute fängt es langsam wieder mit Afganistan und Irak an. Die Drahtzieher sind wieder die selben, die ihren eigenen Kopf schön raushalten und die ganzen Dummen für eine Ideologie die die Menschen dort garnicht haben wollen ins Feld schicken. Wenn die Menschen dort nicht zufrieden wären, würden sie das selber regeln. Wir müssen das nicht für sie übernehmen wenn wir im eigenen Land nur Probleme haben.
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